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Computer Projekt in Malawi » Berichte aus Malawi

Archiv für die Kategorie „Berichte aus Malawi“

Wow… ich bin begeistert von meinen Schülern!

Mittwoch, 10. Juni 2009

Es ist schon außerordentlich, was sich die letzten 4 Wochen bei uns abgespielt hat.

Umso näher es an das große Exam nächste Woche geht, umso mehr werden wir zu einer Einheit. Ich kann mich nur wiederholen… ich habe soetwas noch nicht erlebt!

Meine Klasse und ich, zusammen mit meinen 3 IT-Lehrer-Kollegen, die jetzt auch als Schüler in der Klasse sitzen, sind mittlerweile so stark zu einer Einheit zusammen gewachsen, dass jeder Tag gerade für mich ein Erfolgserlebnis für sich wird.

Wir bereiten uns sehr angestrengt und ernsthaft auf unser Exam vor. Doch es ist viel weniger Stress als zuvor. Jeder ist gut drauf und wir haben viel mehr Spaß als jemals zuvor in der Klasse. Man merkt einfach, dass die vielen Gruppendynamischen Spiele Früchte tragen. Die Schüler sehen sich gerade selbst nicht mehr wirklich als Schüler, viel mehr sind wir Freunde, die das gleiche Ziel verfolgen –> nächste Woche das große Microsoft Exam zu schaffen. Jeder für Jeden und Alle für Alle! Das ist unser Motto und es ist eine Freude dabei zu sein. Jetzt geht es um Details und die gehören ordentlich vorbereitet! Und das versuche ich auch zu machen!
Für die Schüler ist das Exam eine rießen Sache.

Die Lehrer sind auch voll bei der Sache und begeistert vom Unterricht. Das motiviert umso mehr und gibt mir super Rückhalt für meinen Unterricht.

Die meißten meiner Schüler kommen von sehr ärmlichen Verhälnissen und haben es jetzt selbst in der Hand, es vom nichts zum begehrten IT-Techniker mit einem fixen Arbeitsplatz und gutem Einkommen zu bringen. Das ist viel mehr, als nur ein Arbeitsplatz. Dieser Arbeitsplatz kann eine ganze Familie ernähren und meine Schüler sind sich ihrer Verantwortung für die ganze Familie auch bewusst. Bei Arbeitslosenverhältnissen von ca. 60% im Land ist es keine Selbstverständlichkeit, als Arbeiter so gefragt zu sein!
Nächste Woch werden wir sehen, wie es ausgeht. Das Exam ist wirklich eine große Hürde, die es zu meißtern gilt. Wahrscheinlich werden es nicht alle schaffen. Doch wir haben zusammen unser bestes gegeben und das stärkt ungemein, auch wenn manche ein zweites Mal antreten müssen. Gelernt haben sie allemal sehr - sehr viel!!!

Ich bin sehr stolz auf meine Schüler und freue mich hier zu sein und mein bestes für ein gutes gelingen beitragen zu können.

Euer Thomas

Eine interessante Zeit - die Vorbereitungszeit für unsere Exams

Samstag, 6. Juni 2009

Gerade jetzt erleben wir eine sehr intensive und aufregende Zeit hier im Projekt.

Seit 2 Wochen sind wir mit in meiner 3en IT Klasse mit dem ganzen Kursstoff durch und jetzt bereiten wir uns sehr intensiv auf das bevorstehende Exam vor. In einer Woche ist es soweit und wir fiebern dem großen Tag schon sehr entgegen.

Ernest, Brian und Dickson bei ihrer Präsentation

Ernest, Brian und Dickson bei ihrer Präsentation

Vor 5 Wochen habe ich noch nicht viele Hoffungen auf ein positives absolvieren der Exams gehabt. Dazu müsst Ihr wissen ,dass unsere Schüler keine der Anforderungen für den IT Kurs (MCP - Windows Server 2003) gehabt haben. Dennoch wollten wir es versuchen. Unser erstes Ziel war, den Schülern etwas beizubringen, dass sie später im Leben brauchen können um danach einen Job zu erhalten. In einem Land mit mehr als 60% Abreitslosigkeit eine wirklich große Sache… einen Job zu bekommen! Und dieses Ziel haben wir schon erreicht, die Schüler können wirklich schon ein beachtliches IT Fachwissen aufweisen und gehören dadurch zur IT Elite des Landes. Es gibt im ganzen Land keine vergleichbare Ausbildung.
Nächstes Jahr wird das Ergebnis dann schon besser aussehen, da dann die Schüler der jetzigen zweiten Klasse zum Exam antreten werden und diese länger Zeit haben werden um sich vorzubereiten.

Jetzt nach 2 Wochen intensiver Vorbereitung schaut es gar nicht mal so schlecht aus!
Ich habe einen Vorbereitungsplan zusammen gesetellt. Dabei habe ich mir Tipps und Ratschläge von professionellen Lehrern und Persönlichkeitstrainern aus Österreich geholt.

Die erste Herausvorderung war, den Schülern das Selbstvertrauen zu geben, dass sie es schaffen können. Dazu gehörte aber jede Menge Motivationsgeschick, da das Exam für die Schüler zuvor als eine unüberwindbare Hürde erschien.

Ray bei seiner Präsentation über Remote Access von Servern

Ray bei seiner Präsentation über Remote Access von Servern

Mit viel Motivation, Gruppendynamischen Spielen und Einsatz haben wir es geschafft, dass wir viel besser da stehen, als wir jemals gedacht haben. Die Schüler sind voll auf das Programm, dass wir für sie ausgearbeitet haben abgefahren und es ist eine Gruppendynamik enstanden, die ich so in meinem Leben noch nie gesehen und gespürt habe. Wahnsinn! Jeder für jeden, lautet unsere Taktik! Ich bin gerade nicht mehr der Herr Lehrer, sondern viel mehr ihr Wegbegleiter. Ich muss nicht mehr die Anwesenheit kontrollieren oder die Schüler zum Lernen überreden. Nein, gerade geht alles von alleine und ich begleite meine Klasse gerade auf ihren Weg und muss ihnen nicht alles vorschreiben. Ich muss nicht mehr der sein, der alle Antreibt. Nein, jetzt wissen alle schon, wo der Weg hingeht und jeder ist mehr als 100 Prozent bei der Sache!

Francis bei seiner Präsentation

Francis bei seiner Präsentation über Benutzergruppen

Das Program besteht aus Gruppendynamischen Spielen, Theorie, Prüfungsrelevanten Fragen, Zielen für jede Woche, die wir uns gemeinsam stecken, Spaß im Unterricht und harter - harter Arbeit! Zusätlich präsentiert jeder Schüler, integriert in eine Kleingruppe - bestehend aus 3 Schülern, ein Kapitel unseres Exams für alle restlichen Schüler. Und der Schmäh dabei ist, dass die Schüler dabei als Lehrer für die anderen Schüler agieren. Darum bereitet sich jede Gruppe sogut es nur geht vor, da sie genau wissen, dass alles was sie jetzt so kurz vor der Prüfung vortragen, nicht nur für sie selbst, sondern viel mehr für die ganze Gruppe und für das erreichen unserer aller Ziele steht! Und was das ausgelöst hat, ist wirklich schön mitzuerleben.

Darüber hinaus, sind jetzt seit dieser Woche die Ferien in unserer Schule angelaufen. Nur unsere Klasse macht strebsam weiter, da wir keine Zeit verlieren möchten. Auch den Samstag hängen wir jetzt immer an die Schulwoche an! Aber das geht ganz freiwillig. Die Schüler kommen wie ganz selbstverständlich selbst zur Schule - auch wenn sie nicht müssen! Sie wollen es eben, weil sie wissen, das danach ein besseres Leben und ein Job auf sie wartet!

Ellen bei Ihrer Präsentation

Ellen bei Ihrer Präsentation über das Überwachen eines Computer Netzwerkes

Und dadurch, da gerade Ferien sind, haben sich jetzt auch unsere IT-Lehrerkollegen zu uns gesellt. Auch sie habe ich immer neben dem eigentlichen Unterricht am Abend und an den Wochenenden unterrichtet, da sie auch zum gleichen Exam antreten werden.
Sie sind also wieder Schüler geworden und sitzen jetzt mit ihren eigenen Schülern vom letzten Schuljahr als Klassenkollege in der Klasse. Was natürlich für die Lehrer und Schüler nicht einfach ist. Das war diese Woche auch eine große Herausvorderung an mich. Aus der Schülergruppe und der Lehrergruppe (Ethian, Peter und Precious) eine einzige Gruppe zu bilden. Dazu haben wir am Anfang der Woche einige Spiele gemacht, wo sich gleich einmal jeder Lächerlich machen musste, damit der Druck von ihnen weicht und wir zusammen einmal anpacken können! Das hat auch sehr gut funktioniert. Und dann standen diese Woche noch ganz viele Präsentationen von Schülern auf dem Programm. Und die Lehrer waren ganz hin und weg, was die Schüler dieses Jahr schon alles gelernt haben und haben den Schülern super Feedback gegeben.

Das beste aber war, als gestern die Lehrer zum Präsentieren dran waren und eine spitzen Präsentation gemacht haben, die ihresgleichen sucht. Sie waren so motiviert und haben wirklich alles gegeben. Und zwischendurch, wie die Schüler nach einer andauerneden Präsentation nicht mehr so konzentriert sein konnten, hat Peter gemeint, so jetzt müssen wir mal einen Energizer machen. Also ein Spiel. Sowas hat der Peter in seiner ganzen Lehrerzeit seit 5 Jahren noch nie gemacht und ich war sehr stolz auf ihn. In Malawi läuft der Unterricht normalerweise sehr nach Schema F ab. Der Lehrer erzählt und präsentiert, die Schüler schreiben mit. Und das wars. Doch gestern haben sie eine Power Point Präsentation präsentiert und Spiele eingebaut und sie haben vor Selbstvertrauen gestrahlt.
Super, wenn man sieht, wie sich die Lehrer auch neben IT spezifischen Themen weiter entwickeln. Und die Schüler haben es ihnen mit Standing Ovations und viel positiven Rückmeldungen gedankt. Es war einfach spitze und wir sind alle mit einem sehr guten Gefühl Heim gegangen.

in der Klasse

meine Klasse... die IT3 Klasse

Jetzt haben wir noch eine Woche bis zu den Examen und noch immer jede Menge zu tun. Ich versuche, die Schüler (zusammen mit den Lehrerkollegen) so gut ich kann auf ihren Weg zu begleiten und bin gerade sehr sehr stolz auf sie, was sie schon alles geschafft haben!!!
Es ist noch nicht abzusehen, wieviel der Schüler die Prüfung schaffen werden. Ich kann jedoch stolz behaupten, dass Jeder sein bestes gegeben hat und das ist die Hauptsache!!!

Kein seltenes Bild... beim Vorbereiten spät Nachts eingeschlafen.

Kein seltenes Bild... beim Vorbereiten spät Nachts eingeschlafen

Schöne Grüße und bitte haltet uns in einer Woche die Daumen,

euer Thomas

Wahlergebnis

Dienstag, 26. Mai 2009

Es gibt eine sehr gute Nachricht zu vermelden!

Der amtierende Präsident Dr. Bingu wa Mutharika (DPP - Democratic Progressive Party) wurde mit überwiegender Mehrheit wiedergewählt.
elections2009Das malawische Volk hat bei der Wahl letzte Woche die richtige Antwort für einen demokratischen Staat und gegen Unterdrückung und Ausbeutung abgegeben! So wurde der letzte Präsident des Landes wieder gewählt, der unter den Kandidaten sicherlich der beste war. Dieser Präsident hat in den letzten Jahren sehr viel zur Weiterentwicklung des Landes beigetragen!

Und das beste an der Wahl war, dass es zu keinen der befürchteten Unteruhen oder Ausschreitungen gekommen ist! Soetwas hat es in Malawi zuvor noch nie gegeben und alle waren heilfroh und glücklich!

Ich hoffe nur, dass der neue (alte) Präsident seinen Erwartungen gerecht werden wird und das Land mit ihm an der Spitze weiter wachsen kann!

Soviel zum erfreulichen Wahlergebnis aus Malawi,
euer Thomas

Artikel über unserer Schule in malawischer Presse

Dienstag, 19. Mai 2009

Hallo,

heute haben wir euch einen Artikel einer malawischen Zeitschrift eingescannt.
In diesem Artikel wird über unsere Schule, dass Don Bosco Youth Technical Institute, berichtet.
Ihr könnt lesen, was die Leute vor Ort über unsere Schule schreiben und denken.

Bitte klicke auf folgenden Link, um den Artikel im PDF-Format ansehen zu können: –> Artikel

Schöne Grüße, Thomas und Christoph

Election Day - 19th May 2009 (Präsidentschaftswahlen in Malawi)

Donnerstag, 14. Mai 2009

Pünktlich bevor in Malawi am 19. Mai 2009 der neue Präsident gewählt wird, möchten wir euch noch mit ein paar Informationen zur bevorstehenden Wahl auf den letzten Stand bringen.

eine Wahlkabiene in Malawi

Wahlkabine in Malawi

In Malawi hat es in den vergangenen Monaten immer wieder innenpolitische Unruhen zu den bevorstehenden Wahlen gegeben. Die Wahlen sind besonders heiß, weil der frühere Ex-Präsident Bakili Muluzi (1994 - 2004 = 2 x 5 Jahre) auch wieder zur Wahl antreten wollte.
Die Landesverfassung besagt aber, dass ein Präsident nur 2 mal ein Land regieren darf. Das Problem dabei ist aber, dass die Landesverfassung nicht genau geschrieben worden ist. In der Verfassung steht, dass ein President nur 2 mal “hintereinander” President sein darf. Und Mr. Muluzi behauptet jetzt, dass er, weil er von 2004 bis 2009 eine Pause eingelegt hat, wieder als Präsident kanditieren darf.
Das hat in den letzten Monaten, wie auch schon 2004, wie er die Verfassung zu seinen Gunsten ändern wollte, zu hitzigen politischen Auseinandersetzungen geführt. Außerdem hat der frühere Ex-Präsident auch noch einige Gerichtsverfahren zu großen Korruptionsskandalen am laufen. Alle Wochen wieder lest man aus den Zeitungen, dass er wieder verhaftet worden ist und wieder in einem neuen Korruptionsskandal verwickelt ist.

Schlussendlich hat aber die Wahlkommission des Landes nach langem auf und ab entschieden, dass erste diplomatisch gewählte Präsident des Landes im Jahr 1994, nicht mehr zur Wahl antreten darf. Darauf hin hat er sich mit einem der anderen Präsidentschaftskandidaten zusammen geschlossen und machen jetzt gemeinsam Stimmung und Wahlkampf gegen den amtierenden Präsidenten Dr. Bingu wa MUTHARIKA, der auch wieder zur Wahl antreten wird.

Grundsätzlich ist für ein afrikanisches Land wie Malawi eine Präsidentschaftswahl wie diese eine ganz ganz wichtige Entscheidung für die Zukunft des Landes. Ein Präsident kann sich fast alles erlauben und daher ist es wichtig, dass die Einwohner in Malawi am 19. Mai die richtige Entscheidung für einen guten Präsidenten treffen! Man darf auch nicht vergesen, dass es erst die vierten “freien” Wahlen in diesem Land sind. Daher ist es auch noch eine recht junge Kultur, wählen zu gehen.
Es bleibt bis zum Schluss spannend und es trauen sich nur die wenigsten eine Vorhersage der Wahl zu, da man die Stimmungen in den vielen kleinen Dörfern nicht richtig abschätzen kann. Außerdem bleibt noch abzuwarten, ob die Kandidaten auch dieses Jahr wieder Geldgeschenke in den Dörfern verteilen, damit sie die Stimmen erhalten.
Ich hoffe nicht!

Leute ohne Schulbildung können viel zu leicht manipuliert werden. Und darum ist es auch unserer Aufgabe und Aufgabe der Schule, die Leute zu selbstständigem Denken zu motivieren und ihnen Selbstvertrauen zur eigenen Meinung und Entscheidung zu geben. Ich werde jedenfalls vor den Wahlen, mit meiner Klasse noch eine Stunde einlegen, wo wir uns dem Thema ganz unbefangen wittmen werden.

Weiter Links für Interessiert zu diesem Thema:
http://www.mzuzu.org/diocese/Files/CCJP/elections_brochure_ccjp.pdf
http://en.wikipedia.org/wiki/Malawian_general_election,_2009

Grüße, euer Thomas

Erntezeit in Malawi

Donnerstag, 14. Mai 2009

Vor ein paar Wochen war es wieder soweit und die wochenlange Hungerzeit hat in Malawi endlich ein Ende genommen.

Für die Menschen in Malawi ist zwischen den Monaten September bis März die schwierigste Zeit im Jahr. Das sind die Monate, in denen nichts geerntet werden kann und die Vorräte an Lebensmittel von der letzten Ernte (März bis Mai) des Vorjahres) zu Ende gehen. Dann heißt es für viele Menschen wieder zurück zu stecken und es gibt nur mehr (wenn überhaupt) eine Mahlzeit am Tag. Die Lebensmittel werden in dieser Zeit wieder sehr rar im Land und die Preise am Markt gehen steigen rapide an. Viele Menschen können sich keine oder nur mehr eine sehr kleine Mahlzeit am Tag leisten.

Diese Zeit war auch für Christoph und mich schlimm mitzuerleben. Zu sehen, wie Leute und auch speziell unsere Schüler, nichts mehr zu Essen haben. Die Schüler waren im Unterricht oft sehr unkonzentriert und müde, was sich vor allem durch die fehlende Nahrung auswirkte. Im ganzen Land hörte man von Hunger, denn der so dringend benötigte Mais war ausgegangen. Und das, obwohl die Ernte im Frühjahr 2008 nach einer hoch subventionierten Kunstdüngeraktion der Regierung, eigentlich verhältnismäßig sehr gut ausgefallen war. Ohne Kunstdünger wächst leider in Malawi nicht sehr viel und wer sich auch noch den stark reduzierten Kunstdünger für die Felder nicht mehr leisten kann, dem wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Das Problem mit den stark überdüngden Feldern ist, dass dem Boden die natürlichen Nährstoffe geraubt werden und so von Jahr zu Jahr immer mehr Kunstdünger verwenden werden muss, um genug zum Essen ernten zu können. Und das kostet Geld, dass bei vielen nicht vorhanden ist. Hilfslieferungen kommen aus der ganzen Welt, doch die Verteilung der Güter ist durch die schlechte Infrastruktur noch immer ein Problem. Außerdem hilft das nur temporär, das Problem ansich wird dabei nicht gelöst.

Unser Maisfeld vor unserem Haus

Unser Maisfeld vor unserem Haus

Mais ist in Malawi das Nahrungsmittel Nummer Eins! Daraus wird zum Frühstück Porridge gemacht (Maisbrei mit Zucker) und am Abend “Nshima” (hart gekochter Maisbrei) mit Gemüse oder Fleisch bzw. Fisch gekocht. Das gibt es dann Tag aus Tag ein. Aber es schmeckt wirklich gut und man gewöhnt sich daran ;-)

Malawi ist ein typisches Agricculture-Land. D.h. die meißten Leute sind Landwirte. Jeder der irgendwo ein paar m² Land hat, pflanzt seinen eigenen Mais an. So sind auch Christoph und ich zu “Farmern” gewordern und haben im Dezember vor unserem Haus Mais und Erdnüssen angepflanzt. Unsere Freunde haben uns dabei geholfen. Wir haben einen Versuch gemacht, wobei wir einen Teil des Feldes ohne Kunstdünger angepflanzt haben und einen Teil mit. Das doch sehr eindeutige und erschreckende Resultat war, dass wir auf dem Fleck, wo wir keinen Kunstdünger angewendet haben, fast keinen Mais ernten konnten, weil die Pflanzen nicht richtig gereift sind.

Jetzt kann ich auch die Leute viel besser verstehen, die ihre Felder mit Kunstdünger überschütten. Sie haben keine andere Möglichkeit!

Die Erntezeit hat die Stimmung im Land wieder sehr verbessert. Es gibt nun wieder billigere Nahrungsmittel zu kaufen und die meißten Leute haben wieder zu essen. Außerdem ist der Tabakhandel (der Export Malawis lebt vom Tabakhandel) angelaufen und die Bauern verkaufen eifrieg ihren Tabak auf den großen Tabakauktionen. Den Tabakbauern geht es im Gegensatz zu den vielen kleinen anderen Bauern gut. Sie können neben dem Mais auch ein wenig Tabak anbauen und bekommen dafür Geld. Den Mais behalten sie sich großteils zum Essen für sich selbst.

Auch wir haben jetzt Mais vom eigene Feld und es gibt mehrmals Wöchentlich hausgemachtes Nshima und Porridge. Aber am besten schmecken und die eigenen Erdnüsse!

Ich bin froh, dass wir die Ernte gut überstanden haben, da uns beim Ernüsse graben eine schwarze Mamba untergekommen ist! ;-)

Grüße aus Malawi,
euer Thomas und Christoph

Maisernte mit Leo, Mark und Thomas

Maisernte mit Leo, Mark und Thomas

Erdnuss Ernte

Erdnuss Ernte

Leo und Thomas beim Ernten der Erdnüsse

Leo und Thomas beim Ernten der Erdnüsse

Dienstag, 5. Mai 2009

Nach einiger Zeit wiedereinmal ein paar Fotos aus Malawi:

Mit Thomas Klasse beim Kochen

Mit Thomas Klasse beim Kochen

Beim Kochen mit Schülern.

Beim Kochen mit Schülern.

Mit Georg und Christoph bei einem Stiegl in Malawi.

Mit Georg und Christoph bei einem Stiegl in Malawi.

Willkommen auf mangomost.at

Montag, 27. April 2009

mangomost.at ist eine persönliche Infopage zum Sozialeinsatz von Thomas Strasser und Christoph Dinhobl in Malawi.

……

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Einstandsfeier

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Hallo liebe Leute Zuhause,
heute mochte ich euch von unserer Einstandsfeier vergangenen Freitag erzählen.
Christoph und ich haben alle unsere Lehrerkollegen und Salesianer und Nachbarn zu uns in unser Haus eingeladen gehabt. Unsere Lehrerkollegen haben uns bei den Vorbereitungen toll unterstützt und so konnten wir eine super Einstandsfeier auf die Beine stellen.
Alleine das Einkaufen gehen und das Kochen zusammen mit unserem neuen Freunden hier, war es schon wert diese Party gemacht zu haben. Dadurch haben wir die Gelegenheit gehabt, alle einmal Abseits von dem Schulalltag einmal richtig privat kennen zu lernen.
Zuerst gab es Hünchen mit Reis und Wiener Schnitzel. Speziell das Schnitzel ist besonders gut bei den Leuten angekommen und wir haben damit auch ein wenig Osterreich auf unsere Party geholt. Die Leute waren begeistert und wir haben noch lange in die Nacht hinein zusammen getanzt.
Nur ein paar Straßenburschen haben unsere gemütliche Atmosphäre zwischendurch gestört, als sie uns mit schweren Steinen beschossen haben und wir alle ins Haus flüchten mussten. Doch trotzdem blieben alle hier und wir haben im (geschützten) Haus noch ein paar Stunden weiter gefeiert.

einstandsfeier

Erste Woche in Malawi

Mittwoch, 1. Oktober 2008

erstewoche

Unsere erste Woche in Malawi ist viel zu schnell vergangen. Es war immer soviel los, dass
wir noch gar nicht realisieren konnten, was alles in dieser Woche passiert ist.
Die Salesianer, Schuler und Lehrer haben uns sehr herzlich im Projekt aufgenommen.
Besonders gut verstehen tun wir uns mit unserem Boss und Direktor der Schule, Br. Walter.
Er ist ein Inder und lebt jetzt bereits 3 Jahre in Malawi. Zuvor war er allerdings auch schon
ein paar Jahre in einem anderen Don Bosco Projekt in Namibia beschäftigt und kennt Afrika
schon recht gut. Er ist bei den Leuten hier recht beliebt und hat die Schule zu einer der besten
berufsbildenden Schulen im Land gemacht! Auch wir verstehen uns sehr gut mit ihm. Er hat,
genauso wie die meisten Anderen hier, sehr große Erwartungen in unser Computerprojekt.
Darum tut er auch sein Bestes, um uns so gut wie möglich in das Projekt und in die Kultur
einzuführen.
Hier ein ausführlicher Bericht, was in unserer ersten Woche in Malawi alles los war:
Gleich nach unserer Ankunft am Montag, zeigte uns Br, Walter die Schule und machte uns
mit unseren Kollegen und Schülern bekannt. Danach bezogen wir unsere Wohnung, in der wir
vorübergehend wohnen. Wie schon in einem vorangegangenen Bericht erwähnt, grenzt die
Wohnung an eine Volksschule (Primary School), weshalb wir auch immer ganz viele Kinder
rund ums uns herum haben. Diese Wohnung wird bis ca. Dezember unser neues Zuhause sein,
bevor wir in eine bessere Wohnung einziehen werden, wo wir dann unsere Zelte erst richtig
aufschlagen werden. Bis dahin haben wir aber auch kein Problem hier zu wohnen. Besonders
auf eine Terrasse, wo wir die neue Hängematte (Thomas: ,,Danke meine lieben Freunde!“)
aufhängen können, fehlt uns bis dahin noch.
Diese Woche war zuerst gezeichnet von dem Besuch von Hannes. Er arbeitet bei der NGO
Jugend Eine Welt, mit der wir diesen Auslandseinsatz hier absolvieren. Hannes war auf
Projektbesuch in Mozambique unterwegs. Da dieses Land auch an Malawi grenzt, hat er gleich
die Chance genutzt und ist für ein paar Tage zu uns ins Projekt gekommen um hier alle
Details abzuklären.

So kam es auch, dass wir bereits am 2. Tag (Dienstag) die Chance bekamen, mit Br. Walter an
die Grenze zu Mozambique zu fahren, um Hannes dort abzuholen. Für uns war das besonders
spannend, da wir 2 Stunden mit dem Auto durch Malawi fuhren und wir vom Autofenster aus
unsere Heimat für dieses Jahr erkundeten. Das Land ist sehr trocken, da es bis auf die
Regenzeit im November — Dezember, dass ganzes Jahr über nicht mehr viel regnet. Um
ehrlich zu sein, hatten wir uns die Landschaft etwas grüner und Fruchtbarer erwartet. Die
Leute leiden sehr unter der Trockenheit, da von den Feldern nicht so viel Getreide, meist
Mais, geerntet werden kann, wie für Nahrungsmittel eigentlich gebraucht wird. Weiter unten
könnt ihr euch ein Interview mit einem Einheimischen gemacht, der über diese
Schwierigkeiten spricht.
Hannes lies an der Grenze auch nicht lange auf sich warten und spazierte uns schon bald von
Mozambique aus ganz locker entgegen! Es war ein schönes Wiedersehen in Afrika und auch
Br. Walter freute sich, seinen alten Freund Hannes wieder zu sehen!
An diesem Tag kauften wir auch noch notwendige Haushaltsgeräte und Geschirr ein.

erstewoche2

Mittwochmorgen gingen wir gleich in die Schule. Wir hatten eine offizielle Besprechung mit
Hannes und Br. Walter vereinbart, um alle offenen Details abzuklären und in einem Vertrag
niederzuschreiben. Danach gingen wir in die Computerklassenraume und machten uns mit
Peter und Prescious bekannt. Diese beiden sind schon einige Jahre Computerlehrer an unserer
Schule und wir werden dieses Jahr gemeinsam als Team unser Computerprojekt umsetzen. ln
unserem Projekt spielen die Beiden eine große Rolle und so ist es wichtig, dass wir als Team
zusammen arbeiten. Umso mehr freute es uns, dass wir uns gleich auf Anhieb sehr gut
verstanden haben. Die Motivation für unser gemeinsames Vorhaben war ihnen ins Gesicht
geschrieben! Abwechselnd waren wir bei Beiden in den Klassen und machten uns einen
ersten Eindruck vom Computerunterricht in der Schule. Zweifelsohne machen Peter und
Prescious einen guten Job, hier am Don Bosco Youth Technical College, Jetzt geht es aber
drum, die Qualität und das Ausbildungslevel in der Schule um mindestens eine Stufe zu
erhöhen. Die Schüler sollen nach dieser Ausbildung gute Aussichten auf einen Job in einer
Leitungsposition in einer der großen Firmen, Banken oder in der Staatsverwaltung haben.
Und um dieses Level unterrichten zu können, müssen wir vor allem die Lehrer in diesem Jahr
gut schulen! Mit der Lehrerschulung werden wir die kommende Woche gleich beginnen.
Am Nachmittag mussten wir in unsere Wohnung gehen, weil uns unsere Schuler mit
irgendetwas überraschen wollten. Wir konnten uns schon denken, dass eine
Willkommensfeier oder dergleichen angesagt ist. Doch, dass es ein so großes Spektakel mit
verschiedenem Programm werden wird, haben wir uns nicht gedacht Br. Bartek, ein junger
Salesianer aus Polen, der auch gerade erst im Projekt angekommen ist und im Jugendzentrum
mitarbeiten wird, wurde mit uns gemeinsam willkommen geheißen. Die Schuler und einige
Lehrerkollegen kamen beim Haus vorbei, und kleideten uns mit typisch malawischen
Kleidern ein. Außerdem wurden wir wie es die lokale Tradition verlangt, auch noch mit
farbigen Punkten bemalt. Es war ziemlich lustig! Danach wurden wir mit einem Auto voll
Schleifen zum Veranstaltungsraum gefahren Y in Begleitung von Trommlern und
Tänzerinnen. Dort gab’s dann ein beeindruckendes Programm mit dem uns die Schuler und
Lehrer offiziell willkommen hießen.

Es war wirklich eine schone Feier und wir freuten uns sehr darüber.
Später spielten wir zum ersten Mal mit unserem Schulfußballteam Fußball und wir waren
überrascht, wie gut dieses Team zusammenspielt!
Donnerstags lud uns Br. Walter ein, gemeinsam mit Hannes an den Lake Malawi zu fahren,
Der See ist der 3. größte in Afrika und trennt Malawi von Mozambique und auch von
Tansania. Ein Geheimtipp für alle Taucher! Der See, wo man nicht bis zum
gegenüberliegenden Ufer blicken kann und der Sandstrand mit den Palmen erinnern uns mehr
an ein Meer. Wir besuchten die Salima•Berufsschule, mit einer Traumlage direkt am See und
arrangierten ein Ful5ballspiel zwischen unserer und dieser Schule Für kommenden Mittwoch.
Am Lake Malawi, auch Nyasa See genannt, gibt es sehr viele kleine Fischerdörfer. Dort leben
die Leute unter sehr einfachen Bedingungen. Es war sehr interessant für uns, auch diese Seite
des Landes kennen zu lernen. Viele unserer Schuler kommen von diesen Regionen!
Freitag in der Früh hatten wir unsere erste Teambesprechung mit Peter und Precious. Auch
Br. Bartec war dabei, da er auch einiges von EDV versteht und so gut es geht mithelfen wird.
Es war eine sehr gute erste Besprechung und alle sind top motiviert dieses Projekt zu
verwirklichen!
Das ist das Wichtigste!
Den Rest des Tages installierten wir noch einen Computer und klarten einige Fragen ab. Es
war der erste Tag ohne Spezialprogramm. So konnten wir uns unserer Arbeit widmen und
uns erstmals richtig in unsere Arbeitswelt einfühlen. Um halb vier gings dann wieder ab aufs
Fußballfeld zum Training.
Samstag morgen ging es wieder in die Schule. Wir arbeiteten mit Peter ein Dokument zum
Installieren aller PCs aus. Darin ist genau festgelegt, wie ein Schul—PC in Zukunft installiert
wird um Installationsfehler zu vermeiden. Außerdem soll damit eine standardisierte
Netzwerkumgebung geschaffen werden um damit die Wartung zu erleichtern.

erstewoche3

Sonntagmorgen gingen wir in die Kirche. Wir begleiteten Fr. Paul mit aufs ländliche Gebiet,
wo die Salesianer eine sogenannte “Outstation” betreuen. Mitten im Busch angekommen,
etwa 15 Minuten Fahrzeit aus der Hauptstadt, war da nicht vielmehr als eine Kirche! Ein paar
Frauen warteten schon. Rundherum gibt’s nur Felder, und vereinzelt Bauernhütten. Nach
einer dreiviertel Stunde war dann auch schon die Hälfte der Messbesucher da. Darm begann
die Chorprobe. Irgendwann später folgte dann die Messe. Kinder vom Ort hatten mit uns eine
riesige Freude.
Die Meisten hier sprechen rein Chichewai Wir versuchten unser Bestes uns mit den Leuten zu
unterhalten.
Es war mehr als ernüchternd, von ihren Lebensumständen zu erfahren. In Malawi gibt es zu
wenig Nahrungsmittel! Als Beispiel das Video von Fabiano. Seine Familie kann pro Jahr zehn
Säcke Mais ernten. Zum Essen brauchen sie aber 18 Sacke. Geschweige denn noch Kleidung,
sonstige Nahrungsmittel und das nötige Geld für die Schulgebühren. Nein - sie haben es nicht
einfacher!
Am Abend kochten wir uns das erste Essen hier selbst. Da unser Herd noch nicht
angeschlossen ist, machten wir vorm Haus ein Lagerfeuer und kochten einen guten Reis mit
einer scharfen Gemüsesoße. Erinnerungen an Ghana kamen auf und unser Lachen hat wohl
auch Br. Walter angelockt. Plötzlich stand er da und gesellte sich zu ums. Mit ihm klang das
Wochenende bei einem österreichischen Zwetschkenschnaps noch lustig aus.

Herzliche Grüße aus Zentralafrika

euer Thomas und Christoph